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Dienstag, 16. Februar 2016 18:34 Dippoldiswalde

Gesprächsrunde Asyl in Dippoldiswalde (Liveticker)

Leider sind vom Veranstalter Ton- und Videoaufzeichnungen von der Veranstaltung unerwünscht.
Natürlich kommen wir dieser Regel nach. Daher können wir kein Video von den aktuellen Plänen zeigen.

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Wir haben diesen Ticker während der Veranstaltung geschrieben.
Die Redebeiträge sind daher nicht vollständig und nicht immer wörtlich wiedergegeben.
Das bitten wir zu entschuldigen! Dennoch hoffen wir, einen relativ großen Einblick in die Gesprächsrunde geben zu können.

Ergänzungen und Änderungsvorschläge können gern an uns gesendet werden.


Etwa 250 - 300 interessierte Bürger nahmen an der Gesprächsrunde teil.
Die Veranstaltung verlief insgesamt friedlich.



18:41:24 
In wenigen Minuten beginnt die Gesprächsrunde. Die Sitzplätze sind etwa zur Hälfte belegt.

18:51:54 
Der Besucheransturm hält an. Das Interesse bei den Dippsern ist sehr groß.

18:54:55
Im Podium haben Platz genommen:
Andrea Dombois (Sächs. Landtag), Wolfgang Langenbucher (Polizei), Jens Peter (OBM), Dr. Petra Schickert (AG Asyl), Heiko Weigel (Landratsamt) und Dr. Schurig (Pfarrer)

19:01:28
Pfarrer Dr. Schurig eröffnet die Veranstaltung.

19:04:46 
Dr. Schurig freut sich, dass die Einwohnerversammlung in der Kirche stattfindet.
Im Mittelpunkt steht die Sorge um Menschen. Er appelliert, dass es ein respektvoller Gedankenaustausch werden soll.

 19:05:50 
Auch Jens Peter (OBM) begrüßt die Gäste.
Die Gesprächsrunde resultiert aus den vielen offenen Fragen, die nach der Novembersitzung im Stadtrat geblieben sind.
Er stellt das Podium vor.

19:09:06 
Ziel ist es zu informieren und die Fragen zu beantworten. Auch wenn unter Umständen nicht alle Fragen beantwortet werden können.
Die Moderation des Abends übernimmt Frau Dr. Schickert. Der Oberbürgermeister übergibt das Mikrofon.

19:10:07 
Frau Dr. Schickert begrüßt die Besucher. Sie ermutigt die Besucher ihre Fragen zu stellen, damit ein konstruktives Gespräch zu Stande kommt. Sie erläutert die Regeln, nach denen die Fragerunde ablaufen soll.
Als Zeitrahmen hat sie 90 Minuten angegeben. Heiko Weigel soll als erstes über den aktuellen Stand informieren.

19:15:42
Heiko Weigel begrüßt die Gäste. Er hat sich 5 min Redezeit vorgenommen.
Derzeit sind 170 Flüchtlinge in Dippoldiswalde untergebracht.
20 in Wohnungen, den Rest im Heim in Schmiedeberg.
Im Landkreis sind 60 % in Wohnungen untergebracht.
Das ist durch die Gemeinschaftsunterkunft in Dipps anders.
Die Landkreise sind Zuständig für die Unterbringung. Dazu arbeitet das Landratsamt mit den Gemeinden zusammen. Unser Landkreis ist einer der wenigen, die sich vorrangig auf dezentrale Unterkünfte konzentriert.
In den nächsten 6 Wochen 157 neue Flüchtlinge im Landkreis.
Derzeit ist die Lage entspannt. Keine Ahnung wie es im Frühjahr weiter geht.

19:20:21
2 Tage vorher bekommt der Landkreis Informationen über Anzahl, Nation und Geschlecht.
Das Landratsamt überprüft die Unterlagen (sind es die angekündigten Personen) und verteilt sie. Im neuen Logistikzentrum soll dies zukünftig durchgeführt werden.
Aufenthaltsdauer 2-3 Stunden. 
Ab nächste Woche könnte das Logistikzentrum arbeiten.
Wird aber erst Anfang März in Betrieb gehen. Liegt daran, dass zur Zeit keine Flüchtlinge kommen.

19:22:21
Im BSZ sind im Erdgeschoss 2 Aufenthaltsräume und mehrere Büroarbeitsplätze eingerichtet.
Die Flüchtlinge kommen an, Personalien werden überprüft, nach 2 Stunden werden sie in die Unterkünfte verteilt.

19:23:52 
Es entstehen auf Unterkünfte. Maximal 150 Menschen können hier bei Bedarf unterkommen.
Aber vorerst wird es nicht benötigt. Kann sich aber im Frühjahr ändern.

19:24:51
Die Fragerunde wird eröffnet.

19:27:37 
Frage 1:  Wie sieht es mit dem Versicherungsschutz aus?

Heiko Weigel antwortet:
In Sachsen gibt es keine Regelung für die Haftpflichtversicherung bei Asylbewerbern.
Hier gibt es keinen Versicherungsschutz.
Versicherung gehört nicht zum Mindeststandart.

Frage 2: Was tut der Landkreis, dass auch für Familien genug Wohnungen da sind? ( da für Flüchtlinge große Wohnungen gebraucht werden)

Wohnungen wurden zurück gebaut in den letzten Jahren.
Die derzeit durch Flüchtlinge belegte Wohnungen standen meistens lange Zeit leer.
Es ist ihm nicht bekannt, dass es eine Wohnungsknappheit gibt, aufgrund der Flüchtlinge.
Es gibt einen großen Leerstand, mit Wohnungen, die hier schwer zu vermieten sind, diese sollen durch die Flüchtlinge genutzt werden.
Bis jetzt war kein Bedarf, aber wenn die Nachfrage steigt, wird es auch wieder sozialen Wohnungsbau geben.

Herr Peter ergänzt:
In Dipps gibt es einen Leerstand von 5%. Wohnungsgenossenschaft hat sich auf Ältere konzentriert, die Stadt auf die Neubaugebiete. In der Kernstadt sind noch Wohnungen verfügbar. Die Stadt müsste sich Gedanken machen, wenn die Nachfrage steigt. Neben der Unterbringung von Flüchtlingen ist die Integration ein wichtiges Thema.


19:35:03 
Frage 1 (Versicherungsschutz) wird wiederholt. Da die Flüchtlinge keinen Versicherungsschutz haben, würde Geschädigte keine Entschädigung bekommen. 

Herr Weigel:
es wird keine Sonderregelung für die Flüchtlinge geben. Jeder ist selbst verantwortlich. (Die Flüchtlinge müssten selbst eine Haftpflichtversicherung abschließen) der Staat haftet für Schäden nicht.

19:38:52 
Frage: was wird für die Sicherheit getan. Im Polizeirevier in Dipps gibt es zu wenig Personal?

Wolfgang Langenbucher (Polizei):
Der Zuständigkeitsbereich seines Reviers ist der ehemalige Weißeritzkreis.
Es gibt 5 Polizeistandorte. Dipps und Freital sind 24h besetzt. Er hat 130 Polizisten und 10 weitere Mitarbeiter.  60 Streifenbedienstete sind für 24 Stunden Dienst vorgesehen..

Durch Asylaufgaben sind weitere Aufgaben dazu gekommen, aber es gibt kein zusätzliches Personal. Unterstützung wird durch Bundespolizei und Ordnungsamt bei gemeinsamen Streifen gegeben. Dadurch kann es etwas ausgeglichen werden, aber irgendwann ist ein Ende erreicht.


Frage: wo kommt das Geld her?
Frage: warum fließt Geld in die Flüchtlinge und nicht in Handwerke? Unternehmer bekommen nichts, die Flüchtlinge erhalten alles. Es gibt zum ersten Mal Beifall.



Heiko Weigel zur Finanzierung:
Es gibt einen festen Satz vom Bund. Derzeit sind das 7.500 Euro pro Flüchtling.
Unklar ist, wie hoch die tatsächlichen Kosten sind. Die entsprechenden Daten werden derzeit erhoben.
Die Mittel gibt es bis zum Ende des Verfahrens, nach Anerkennung greift das normale Sozialsystem. (oder der Flüchtling kann für sich selbst sorgen)
Nicht anerkannte Flüchtlinge können oftmals nicht abgeschoben werden, da die ursprünglichen Herkunftsländer sie nicht zurück nehmen. Dann gibt es weiterhin die Pauschale.

Zusätzlich hat der Landkreis eine Investitionspauschale erhalten, die für Baumaßnahmen eingesetzt wird. Damit kann Geld der einheimischen Wirtschaft zugeführt werden.

19:45:54 
Frage: ist das nicht lächerlich, was für unsere Sicherheit getan wird?
Beispiel von den Übergriffen in den Bädern wird aufgeführt. Erneut Beifall.

19:52:11
Frage: Wie verhalte ich ich, wenn ich beschimpft, bedroht oder bedrängt werde. Es gab den Fall, dass die Polizei erst aus Freital gekommen ist. Das hat sehr lange gedauert.

Wolfgang Langenbucher (Polizei):  wenn ein Auto in der Nähe ist, haben Sie Glück.
Da der Streifenwagen im ganzen Zuständigkeitsbereich unterwegs ist, kann das Auto auch sehr weit weg sein. Daher dauert es. Es lässt sich nicht ändern.

Man soll sich lautstark kundtun. Nicht nur Hilfe-Hilfe rufen, sondern umstehende Leute direkt ansprechen. Dann ist die Wahrscheinlich größer, dass jemand hilft.
Das ist das einzige, was er mit auf den Weg geben kann.
Auf jeden Fall Anzeige erstatten. Auch bei erst einmal kleinen Sachen.
Es gibt Flüchtlinge, die mehrere Straftaten begehen. Je mehr gegen Jemanden vorliegt, umso eher kann er in Haft gebracht werden.

19:57:01 
Frage: es gibt nach Art16a Asylrecht keine Asylbewerber, da sie alle aus sicheren Drittstaaten kommen. Damit gibt es keine rechtliche Grundlage. Es ist Rechtsbruch. Es gibt wieder Beifall.

Heiko Weigel: wir können da gern diskutieren, es haben viele unterschiedliche Auffassungen - in ganz Deutschland. Fakt ist, es gilt das GG und die Genfer Flüchtlingskonvention. Völkerrecht steht nicht unterhalb des Grundgesetzes. Und darauf beruft sich die Bundesregierung.

Bundesregierung handelt nicht rechtswidrig. Momentan gibt es keinen Hinweis, dass die Bundesregierung gegen Recht verstößt. Was wir in Deutschland tun ist rechtmäßig.
Herr Weigel will sofort damit aufhören, wenn es nicht rechtmäßig ist.

 20:05:24
Warum gibt es erst jetzt diese Veranstaltung? Die Bürgerinitiative hat schon vor einem Jahr darauf hingewiesen.

Jens Peter: er weiß erst seit der Stadtratssitzung im November was los ist. Alles andere waren bis dahin Spekulationen.
Die Unterbringung ist Landkreissache. Die Stadt kann nur eigene Immobilien anbieten. Das BSZ ist Landkreiseigentum. Da kann die Stadt nichts machen. Er bezieht sich auf den Königsteiner Schlüssel. Er möchte vom Fragesteller eine Alternative genannt bekommen.
Es soll über Fakten und nicht Spekulationen diskutiert werden. Beifall.

 20:11:51
Frage: Streben nach Wahrhaftigkeit und  Nächstenliebe werden immer wieder genannt - aber das hätte nichts mit der Anzahl der aufgenommenen Flüchtlingen zu tun. 
Wenn wir wir alle nach Deutschland holen, entstehen hier die Situationen, die zur Flucht geführt haben. (Beifall) 
Die Glaubensbrüder weigern sich die Flüchtlinge aufzunehmen. (Z.b. Saudi Arabien)

(Der Frager soll sich kürzer fassen) Redet weiter. Weltpolitik wird angesprochen. 
Mein Vorschlag: in  glaubensidentische Randstaaten schicken und dort helfen.

Eine weitere Fragestellerin spricht von ihren Erfahrungen von Flüchtlingen.
Es kommen traumatisierte Menschen, die für jede kleine Hilfe dankbar sind. Sie kann nicht verstehen, wieso von Übergriffen gesprochen wird. Das hat sie nicht erlebt. Es gab in der Dippser Schule noch keine Übergriffe. Es sind gute Menschen und keine Teufel. Es gibt Beifall.

20:15:28 
Anwohner vom neuen Logistikzentrum meldet sich. Er möchte eine Bestätigung, ob die Flüchtlingen nur auf der Durchreise sind und ob da die Tore geschlossen bleiben?
Wenn China Tibet mit Flüchtlingen flutet ist das Völkermord. Er bezieht sich nun auf Hitler. 
Spricht vom Völkermord an Deutschen und möchte eine Haftungsfreistellung für seine Steuerzahlungen, damit er nicht später als Unterstützer angeklagt werden kann.

Heiko Weigel: Besorgnisse sind sehr groß, da es zur Zeit noch nicht in Betrieb ist. Aus seiner Erfahrung redet niemand mehr davon, wenn es einmal läuft. da es keine Probleme gibt.


20:23:44 
Frage: wenn die Polizei so lange braucht, ist man doch nicht sicher. Was kan da alles passieren? Beifall

Wolfgang Langenbucher (Polizei): Personal kommt vom Innenministerium. Er ist froh, dass er zwei neue Beamte aufgrund seiner Forderung bekommen hat. Derzeit sind Sie überlastet und stehen mit dem Rücken zur Wand. Bei Demonstrationen sind 20 (eigene) Kräfte im Einsatz.
5000 Überstunden haben sich schon angesammelt, die müssen auch noch abgebaut werden. Er versucht durch Diensteinteilung die Schwerpunkte abzusichern.
Er wäre froh, wenn es noch mehr Polizisten gäbe.

Andrea Dombois (Sächs. Landtag):  dem Freistaat ist bekannt, dass es einen Mangel gibt. Jedes Jahr gibt es 300 neue Polizisten. Dann noch die neue Wachpolizei.
Es ist nicht einfach, aber für 2017 und 2018 sollen Lösungen gefunden werden.


20:26:12
Frage: (an Herrn Peter gerichtet) wenn der eine Streifenwagen unterwegs ist, gibt es noch einen Beamten im Revier.  Haben die Einwohner ein Mitspracherecht? Es geht um ihre Sicherheit.

Jens Peter (OBM): die Stadt hat eine Mitwirkungspflicht was die Unterbringung betrifft. Sicherheit ist ein anderes Thema. Mitspracherecht haben wir nur bei Wahlen.

20:28:53 
Ein 26jähriger war bis jetzt immer gern Dippser. Nun hat er Angst vor den Dippsern, wenn er die Redebeiträge hört. Mehr als vor 150 Flüchtlingen. Wie kann man sich als Bürger aktiv einbringen, damit die Integration besser klappt? Der Polizeinotstand hat nichts mit den Flüchtlingen zu tun.

Frage: Kita-Plätze sind derzeit knapp. Deutsche müssen für den Kindertagesplatz bezahlen. Wie sieht das bei Flüchtlingen aus?


Heiko Weigel: mit diesem Thema beschäftigen sich derzeit Landkreis und Gemeinden. Das ist erst neu - gab es so bisher noch nicht. Flüchtlingskinder haben auch Schulpflicht und unter Umständen auch einen Anspruch auf einen Kita Platz.
Das muss mit der Pauschale bezahlt werden. Die Kapazitäten sind das Problem. Es weiß niemand wie viele Kinder im nächsten Jahr kommen.

20:34:14 
Zwei Danksagungen für die Veranstaltung aus dem Publikum.

Frage: (an Herrn Peter) welche Obergrenze gibt es für Flüchtlinge in Dipps?


OBM: möchte keine Zahl nennen. Denn Integration ist wichtiger als die Unterbringung. Daher keine Zahlen. Es müssen Strukturen geschafft werden.  Das ist der Schlüssel für die Zukunft.
Kita Plätze, Deutschkurse das kann die Stadt allein nicht meistern. 

Nachfrage: der OBM hat die Möglichkeit, die weitere Aufnahme zu stoppen, da offensichtlich die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann (Beifall) es wäre falsch, nur an die nächste Wahl zu denken (Beifall)


 20:46:25 
Frage: wenn in Schmiedeberg der Sicherheitsdienst 10.000 Euro pro Woche kostet, warum gibt es keine Möglichkeit einer Sicherheitsstreife im Stadtgebiet? 

Das Drehkreuz von Dipps ist nicht das BSZ sondern der Busbahnhof. Dort treffen sich die Asylbewerber. Das Landratsamt hatte ein Sicherheitskonzept, es gab regelmäßige Streifen durch das Ordnungsamt vom Landratsamt.
An den Zahltagen ist ein hohes Aufkommen von Ordnungsamt und Polizei vor dem Heim zu sehen - Warum, wenn es kein Sicherheitsproblem gibt?


Heiko Weigel: Die Sicherheit beschäftigt das Landratsamt schon seit einer Weile. Dem Landkreis ist bekannt, wann sie wo eine erhöhte Präsenz zeigen müssen, es gibt dann konkrete Hinweise. 
Es helfen keine Sorgen, nur richtige Anzeigen. Jeder soll seine Feststellungen anzeigen. Das Landratsamt meldet jede Straftat an das Innenministerium, um Druck zu machen.

Was ist mit den Containern am Gymnasium in Dipps?

Das Landratsamt überlegt, ob die Container zur Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu nutzen.
Dies ist aber abhängig von den derzeit noch unbekannten Zahlen.


Im Schmiedeberger Heim leben 160 Flüchtlingen, aber nur 30-40 sind regelmäßig da. Zum Zahltag sind aber alle da.

Heiko Weigel: sie dürfen sich frei bewegen. Daran kann sie niemand einschränken. Sind freie Menschen.


20:48:51
Die Veranstaltung wird beendet, da die 90 Minuten um sind.
Eine Frage aus dem Publikum, warum bei so einem wichtigen Thema nicht weiter gefragt werden kann, wird mit der Versprechen, dass es die erste von einer Reihe von Veranstaltungen war, beantwortet.


Es folgt ein Redebeitrag von Martin Eckstein (Willkommensbündnis "Dippser mit Herz"):

Einige verließen die Kirche.

(Es war ein längerer Vortrag. Leider können wir ihn nur in kurzen Stichpunkten wiedergeben.)

Warum geht so ein Riss durch die Bevölkerung?
Die Diskussionen sehen aus, als ob wir Höhlenmenschen sind.
Es wird Gewalt in den sozialen Medien angedroht und nachher auch wirklich umgesetzt. 

Das Willkommensbündnis hatte mit der "Gegenseite" gesprochen: es gab keine Beschimpfungen. es gab keinen Streit. Ja, es gab verschiedene Standpunkte -  aber auch Gemeinsamkeiten. Um den Riss zu kitten möchte er beitragen.

Die katastrophalen Verhältnisse der Flüchtlinge bewegt beide Seiten.
Er schimpft über menschenfeindliche Kommentare bei Facebook. 
Gewalt, Drogen und Übergriffe der Flüchtlinge sind inakzeptabel. 
Einhaltung der Grundwerte und Bemühungen zur Integration sind wichtig. Daran arbeitet das Willkommensbündnis.
Begrenzung der Flüchtlingszahlen ist wichtig.
"Gutmenschen" sind froh über jeden, der nicht flüchten muss. Aber die geflohen sind, denen muss geholfen werden.
Gegenseitiges kennenlernen baut die Fronten ob.
Es werden alle Interessenten zu den Veranstaltungen von Dippsern mit Herz eingeladen.

Hass bringt die Gesellschaft nicht weiter. 
Bei Hochwasser gab es zum Beispiel große Hilfe.

In unserem Landkreis leben 1,1% Flüchtlinge. Wir werden nicht überrannt.
Wir brauchen offene und ehrliche Diskussionen. Wir werden weiter Flüchtlinge aufnehmen.
Jeder kann entscheiden, ob er mit Hass und Vorurteilen an diese Sache geht, oder mit den Flüchtlingen redet. 
Einige vom Willkommensbündis haben schon Freunde bei den Flüchtlingen gefunden.


21:01:04
Die Veranstaltung wird beendet.





Nachtrag:


Martin Eckstein ging in seiner Rede auf die Gemeinsamkeiten zwischen "den beiden Lagern" ein.
Leider war es nicht möglich während der Veranstaltung diese mitzuschreiben.
Deshalb hat er uns diesen Teil seiner Rede im Nachgang zur Verfügung gestellt:

"Was beide Seiten nervt sind die chaotischen Verhältnisse der Flüchtlingssituation! Wer kommt? Wer geht? Wer darf bleiben? Und wo? Wer wird wie integriert? Natürlich gab es in Deutschland dafür keinen Plan, aber nach einem Jahr sollte es in Bund, Ländern und Gemeinden wenigstens ein grobes Konzept geben. Der Dauerstreit zwischen den Regierungsparteien ist da genau so wenig hilfreich wie die populistische Parole "Merkel muss weg". Wir brauchen tragbare Lösungen und die Politik muss endlich ihrer Verantwortung gerecht werden.

Zweite Gemeinsamkeit: es gibt keine Akzeptanz von verbaler, körperlicher oder sachlicher Gewalt, oder deren Androhung. Das gilt für beide Seiten. Gewalt ist inakzeptabel!

Dritte Gemeinsamkeit: wir müssen weg von diesen aufgeheizten Hassdebatten und hin zu einer vernünftigen Diskussionskultur. Wie viele hässliche Kommentare musste ich in den sozialen Netzwerken lesen! Dort steht dann z.B. "Hängt sie alle auf", "alle an die Wand stellen", "Buchenwald muss wieder eröffnet werden", "lasst die Ratten im Mittelmeer ersaufen", "nichts was man nicht mit einem MG lösen könnte". Das sind auch Kommentare aus unserer Region! Und diese Leute maßen sich an irgendwelche "Werte" verteidigen zu wollen. Erschreckend!

Vierte Gemeinsamkeit: Gewalt, Drogen und jegliche Übergriffe seitens der Flüchtlinge sind inakzeptabel und müssen von Polizei und Justiz hart und mit "Vorbildfunktion" bestraft werden. Toleranz ist kein Freibrief und keine Einbahnstraße.

Fünftens: eine wichtige Forderung der "Gegenseite" ist die Einhaltung unserer Grundwerte (also das GG, die Verfassung und die Gesetze) und die Bemühung um Integration (also Sprache, Umgang, Arbeit). Daran arbeitet das WiBü. Mit Deutschkursen, wöchentlichen Treffen, Wanderungen, Gesprächen und der Vermittlung unserer Lebensweise.
Integration bedeutet auch Schaffung von Möglichkeiten für Praktika und Arbeit. Nicht als Verdrängung einheimischer Arbeitnehmer, sondern zur Besetzung lange offener Stellen. Das WiBü hat Kontakt zu vielen regionalen Arbeitgebern die dringend Mitarbeiter suchen und auch zu vielen Flüchtlingen die arbeiten wollen. Leider fehlen auch hier oftmals verbindliche politische Regelungen.

Sechste Gemeinsamkeit zwischen den doch eigentlich soooo unterschiedlichen Lagern. Das kurz-,mittel- und langfristige Ziel ist die Begrenzung der Flüchtlingszahlen. Dazu brauchen wir dringend eine europäische und internationale Lösung und eine Konfliktlösung in den betroffenen Staaten und Kriesenregionen. Auch hier muss es eine politische Lösung geben.
Statt Säbelrasseln und Bombartements brauchen wir vor allem Waffenruhe und Friedensgespräche.     Und noch etwas ist mir an dieser Stelle sehr wichtig, da wir "Gutmenschen" ja auch gern als "Bahnhofsklatscher" betitelt werden und uns gesagt wird "ihr holt die doch alle her". Nein! Wir sind froh über jeden Menschen der nciht fliehen muss, da das bedeutet er hat eine lebenswerte Heimat. Aber denen die vor Krieg und Zerstörung zu uns geflohen sind, muss geholfen werden. Das ist ein Gebot der Menschlichkeit und ein Grundwert unserer Zivilisation.

Und die siebente Gemeinsamkeit: gegenseitiges Kennenlernen schafft mehr Gemeinsamkeit und baut Vorurteile ab. Das gilt für unsere WiBü und die "Gegenseite" genauso wie für Einheimische und Fremde. Weniger Gegeneinander und mehr Miteinander. Sie sind alle herzlich eingelanden zu den Treffen und Veranstaltungen der "Dippser mit Herz"

Soviel zum Treffen von Pro und Contra. An diesen Gemeinsamkeiten zu arbeiten würde uns allen gut tun. Und ich fand den "Riss durch die Gesellschaft" gar nicht mehr so tief!
Noch nie in der Geschichte hat sich eine Gesellschaft durch Hass, Ausgrenzung, Angst oder Gewalt weiterentwickelt, aber durch Hilfsbereitschaft und vernünftiges Miteinander."





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